Noch
größer, noch schöner, noch mehr Besucher. Die zweite Rainer
Gewerbeschau, auch diesmal gekoppelt mit einer Ausbildungsplatzbörse,
hat am Wochenende die Erwartungen übertroffen. Zwei Tage lang zeigten
über 90 Aussteller im Schulzentrum der Lechstadt ihr Leistungsspektrum.
"Ein tolles Angebot und ein tolles Beispiel, wie man mit Eigeninitiative
die Menschen interessieren kann", anerkannte Innen-Staatssekretär Georg
Schmid. Dies sei ein weiteres Beispiel dafür, dass nicht Jammern,
sondern Anpacken das Gebot der Stunde sei.
"Handel, Handwerk und Gewerbe gebündelt präsentieren war wieder unser
Ziel", sagte Frank Dorn, Vorsitzender der Interessengemeinschaft "Wir
aus Rain". Der Zusammenschluss der Geschäftsleute in der Innenstadt
hatte Organisation und Planung wieder eigenständig im Zusammenwirken mit
der Stadt gestemmt. "Im Vergleich zu anderen Ausstellungen wird unsere
ehrenamtlich abgewickelt", hob Dorn hervor.
Für Mühe und Zeit wurden die Organisatoren aber
ordentlich belohnt: Schon am Samstag kamen mehr als 5000 Besucher (am
Sonntag waren es dann noch einmal fast 7000), was beim Aussteller-Abend
für beste Stimmung sorgte. "Es war gigantisch", freute sich Dorn. "Ich
finde es klasse, was es hier alles zu sehen gibt", war aus den Reihen
der Besucher zu hören. Man könne sich Anregungen holen und in Ruhe
Gespräche führen. Auch die Aussteller lobten die angenehme Atmosphäre.
Aber nicht nur die Angebote an den Ständen,
Gewinnspiele und Verlosungen der Ausstellerfirmen, sondern auch das
Rahmenprogramm lockte viele an. Die Interessengemeinschaft hatte wieder
viele Vereine und Gruppen aus Rain mit eingebunden, bot erstmals
Helikopter-Rundflüge an und eine Kinderbetreuung für gestresste Eltern.
"Eine bessere Chance, ins Gespräch zu kommen gibt es
nicht", sagte Wolfgang Janson von der Gebrüder-Lachner-Hauptschule in
Bezug auf die parallel laufende Ausbildungsplatzbörse. In einer Zeit, in
der Qualifikationsnuancen über einen Lehrstellenplatz entschieden, sei
er dankbar, dass es mit der Börse in Rain eine Möglichkeit gebe, sich
den kleinen, entscheidenden Vorteil zu verschaffen. In der Tillystadt,
so der Rektor, bestehe ein sehr guter Kontakt zwischen den Schulen und
der Wirtschaft. Die Schulen benötigten die Rückmeldungen aus der
Wirtschaft, um Jugendliche entsprechend auf die Herausforderungen der
Zukunft einzustellen.
"Die Börse wurde von den Schülern sehr gut
angenommen", freuten sich die Unternehmens-Vertretern. Im Mittelpunkt
der intensiven Gespräche standen Einstellungsvoraussetzungen sowie die
Frage nach Praktikumsmöglichkeiten. "Vor allem für soziale Berufe gibt
es bei den Jugendlichen viel Interesse", so die Berater, während eine
Jugendliche meinte: "Das ist eine gute Gelegenheit, sich über
verschiedenste Berufe zu informieren."
Beim Aussteller-Abend verdeutlichte Frank Dorn, dass
sich der Handel auf den Kunden einlassen und mehr den Menschen in den
Vordergrund stellen müsse. Ziel der Interessengemeinschaft "Wir aus
Rain" sei es , innovativ, mutig und mit einem schlüssigen Konzept die
Kaufkraft "noch stärker" an Rain zu binden. Es werde nach dem erneut
"großartigen Erfolg" mit Sicherheit 2008 eine dritte Rainer Gewerbeschau
unter der Ägide der Werbegemeinschaft geben.
"Man sieht, wie gut wir in der Region aufgestellt
sind", sagte Staatssekretär Georg Schmid nach einem Rundgang gemeinsam
mit den Ehrengästen, unter ihnen Bundestagsabgeordneter Hans Raidel und
Vize-Landrat Leo Meier. Die Zuversicht, die von Ausstellung und
Ausbildungsplatzbörse ausgehe, stimme zuversichtlich. Mittelständische,
handwerkliche Familienbetriebe seien die "Stärke der Region". Der
Landkreis Donau-Ries habe sich nicht nur angesichts der geringen
Arbeitslosenzahlen zur Vorzeige- und Aufsteiger-Region entwickelt.
"Kommt zu uns", rief Schmid möglichen Investoren zu, "weil wir gut
sind".
Bürgermeister Gerhard Martin würdigte das Engagement
der Organisatoren, die wiederum eine "hervorragende Ausstellung"
konzipiert hätten. "Wirklich schön und gelungen", lobte Martin, der von
großen Herausforderungen sprach, die auf die Stadt zukämen, die man aber
gemeinsam meistern werde. Es sei das "Wir-Gefühl", dass der Ausstellung
eine besondere Note gebe, aber auch die Mentalität der Rainer ausmache.
Einen rhetorischen Glanzpunkt setzte mit einer
launigen Festansprache Dr. Andreas Kopton, der Vizepräsident der
Industrie- und Handelskammer Schwaben. Sein Credo: "Wer etwas tut,
bleibt am Ball." Die Leistungsbereitschaft habe der Handel Treibende
selbst einzubringen, bei der Leistungsfähigkeit könne er sich, falls
Defizite vorhanden seien, helfen lassen und erst in dritter Linie seien
es die Leistungsmöglichkeiten, die den wirtschaftlichen Erfolg brächten.
Aussteller und Ehrengäste waren sich letztlich mit den
Besuchern einig: Ein Pluspunkt auch der zweiten Rainer Gewerbeschau war
der freie Eintritt